Ist Amazon-Guthaben fuer Kunden in Ubersee verfuegbar

Tipps für den Online-Kauf

Preisvergleicher sind eine feine Sache: Nur wenige Klicks – und Sie haben den günstigsten Preis für ein Produkt unter hunderten oder tausenden Anbietern gefunden. So weit die Theorie. In der Praxis gibt es einige Fußangeln. So sollten Sie aufpassen, die exakte Bezeichnung eines Produktes in das Suchfeld einzutippen, um wirklich präzise vergleichen zu können: Insbesondere Hersteller von Unterhaltungselektronik und PC-Komponenten geben viele Produktvarianten mit ähnlichen Bezeichnungen, aber unterschiedlicher Ausstattung heraus.

Auch sollten Sie darauf achten, dass sich ein vermeintliches Schnäppchen nicht als gebrauchte Ware herausstellt. Google vermengt in seiner Produktsuche gerne mal neue mit gebrauchter Ware. Sie müssen bei der Suchmaschine also in der Detailübersicht („–> Preise vergleichen“) genau hinsehen. Bei unseren Stichproben mit Google fehlten außerdem diverse Sonderpreise.

Vergleichsportale

Bei Elektroartikeln haben wir die besten Erfahrungen mit idealo und Geizhals gemacht (Anmerkung: Geizhals gehört wie c’t zu Heise Medien). Weitere Alternativen sind guenstiger.de und billiger.de. Wir empfehlen, Preise auf mindestens zwei Portalen zu prüfen. So fanden wir bei unseren Stichproben Sonderpreise von Saturn und MediaMarkt zwar bei idealo, nicht aber bei Geizhals.

Alle großen Vergleichsportale betreiben Preisalarme, die einen per E-Mail benachrichtigen, wenn ein Zielpreis unterschritten wird. Wer nicht sofort kaufen muss, sollte dieses Feature nutzen und wachsam sein – manche Schnäppchen sind nur für einige Stunden zum reduzierten Preis verfügbar.

Einige Preisvergleicher durchforsten auch die Tarife von Dienstleistern. Diese sind aber oft nicht so eindeutig zu vergleichen wie andere Produkte. Kompliziert wird es zum Beispiel bei Versicherungen, bei denen wesentlich mehr Parameter in die Berechnung mit einfließen.

So reihen die bei einer Sektoruntersuchung des Kartellamts getesteten Versicherungs-Preisvergleicher ihre Ergebnisse zwar nach der jährlich zu zahlenden Nettoprämie. Das gibt laut der Untersuchung aber nur einen Teil der Wahrheit wieder: „Eine Reihung der Versicherungsangebote allein nach dem Preis kann allerdings nicht die Tatsache widerspiegeln, dass sich die verschiedenen Tarife in ihrem Versicherungsumfang teilweise deutlich voneinander unterscheiden.“

Vor dem Abschluss einer Dienstleistung kann es daher ratsam sein, sich bei einer neutralen Stelle Beratung einzuholen. Online findet man bei Finanztip.de viele nützliche Hinweise aus neutraler Quelle. Persönlich und völlig unverbindlich (aber nicht ganz kostenlos) kann man sich bei den Beratungsstellen der Verbraucherzentralen informieren lassen.

Für einige Produktgattungen gibt es spezialisierte Preissuchmaschinen. So helfen medizinfuchs.de und MediPreis, bei Medikamentenbestellungen und frei verkäuflichen Produkten, die eine Pharmazentralnummer haben, Geld zu sparen. Wer bei den beiden Anbietern mehrere Artikel bestellen will, kann sie auf einen Merkzettel nehmen und anschließend auf mehrere Apotheken preisoptimiert aufteilen lassen.

Bei der Suche nach günstigen Medikamentenpreisen kann allerdings auch der Generalist Google helfen – und zwar nicht innerhalb der normalen Treffer, sondern bei den Anzeigen. So haben wir bei unseren Recherchen beobachtet, dass die Online-Apotheke DocMorris immer wieder Werbung mit Kampfpreisen schaltet. Diese unterbieten auch die Preise, die DocMorris mit der eigenen Suche anzeigt.

Amazon

Amazon nimmt eine Sonderrolle ein. Der Online-Händler betreibt einen Marktplatz, dessen Angebote einige der Preisvergleicher berücksichtigen. Dieser Market Place ist zugleich eine eigene Plattform inklusive Suchmaschine.

Für viele Verbraucher ist die Suche bei Amazon gleichbedeutend mit der Preisrecherche im Internet. Das hat allerdings seine Tücken, denn Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass Amazon Ihnen bei einer Produktsuche den Händler mit dem günstigsten Preis anzeigt. Unter „Andere Verkäufer auf Amazon“ versteckt sich die vollständige Preisübersicht unter „X Angebote ab Y €“. Wenn Sie dort nach neuen Artikeln filtern, finden Sie nicht selten günstigere Preise.

Nachdem Sie bei Amazon den vermeintlich günstigsten Preis gefunden haben, sollten Sie ihn zudem noch mal mit dem auf der Website des jeweiligen Anbieters vergleichen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat bei Stichproben festgestellt, dass Händler ihre Ware bei Amazon oft teurer verkaufen als im eigenen Online-Shop. Damit versuchen sie offenbar, die saftigen Provisionen wieder hereinzuholen, die Amazon kassiert.

Eine große Hilfe für Amazon-Kunden ist die Webseite camelcamelcamel.com. Geben Sie hier die URL eines Amazon-Produktes ein, erhalten Sie eine grafische Übersicht der Preisentwicklung des letzten Jahres, sowohl für „Verkauf durch Amazon“ als auch für durch Drittanbieter verkaufte Artikel. Dort sieht man gut, wie dynamisch die Preisbildung auf der Plattform ist – Preisunterschiede von 25 Prozent oder mehr innerhalb von Wochen und sogar Tagen sind keine Seltenheit.

camelcamelcamel betreibt einen Preisalarm, den man auch auf Drittanbieter beschränken kann. Die Übersicht der Top-Preissenkungen ist interessant und bestätigt noch einmal die große Varianz; wer gezielt nach einem Produkt sucht, braucht dieses Feature aber nicht.

Über die Warehouse Deals verhökert Amazon seine Rückläufer, bietet aber den vollen Kundenservice. Dort schlummern echte Schnäppchen zu Gebrauchtpreisen, wenn man bereit ist, kleine Kratzer in Kauf zu nehmen. Dies gilt insbesondere für den Artikelzustand „sehr gut“, der von neuen Produkten oft kaum zu unterscheiden ist.

eBay

Nur einige eBay-Angebote tauchen in den Übersichten der Vergleichsportale auf. Aber ohnehin ist nicht alles, was auf der Versteigerungs- und Verkaufsplattform erscheint, auch automatisch günstig. Wer bei eBay ein vermeintliches Schnäppchen findet, sollte vor einem Kauf die Vergleichsportale befragen.

Wichtig ist außerdem, die in der Vergangenheit erzielten Kaufabschlüsse des jeweiligen Produkts zu beachten. Das geht recht einfach mit der erweiterten Suchfunktion. Schränken Sie hier die Ergebnisse auf „Verkaufte Artikel“ ein, und zusätzlich wie gewünscht auf „Neu“ oder „Gebraucht“. eBay präsentiert so eine gute Übersicht über die Bandbreite der Preise. Sie können so eventuell den Sofortkauf zurückstellen, bis die Preise besser sind, oder sich auf Auktionen der unteren Preishälfte konzentrieren.

Die zeigt wiederum die erweiterte Suche an, indem Sie bei „Artikel mit einer Preisspanne von … bis …“ eine Obergrenze angeben. Eine Untergrenze kann allgemein auch helfen, um die Anzahl der passenden Angebote einzuschränken, weil so etwa günstiges Zubehör mit gleichen Namensbestandteilen wegfällt.

Sollten Sie auf Auktionen bieten, setzen Sie sich unbedingt vorher mit den erarbeiteten Daten ein Preisziel in Form des maximalen Preises, den Sie bereit sind, auszugeben. Das hilft, im Eifer des Gefechts dann nicht doch mehr zu bezahlen. Helfen können dabei sogenannte Sniper wie baytomat.com.

Großes Potenzial haben die Preisvorschläge, die eBay mittlerweile verstärkt bewirbt: Trauen Sie sich ruhig, dem Verkäufer einen – vernünftigen – Vorschlag zu unterbreiten. Die meisten Verkäufer, die Preisvorschläge akzeptieren, sind bereit, 5 bis 10 Prozent auf den Originalpreis nachzugeben. Diese Ersparnis können Suchmaschinen prinzipiell nicht abbilden.

Sein Augenmerk sollte man bei der Vorauswahl auch immer auf die Bewertungen der Verkäufer richten, um späteren Ärger zu vermeiden. Bei Angeboten ausländischer Händler stellen sich zudem Fragen nach Gewährleistung im Ernstfall und Durchsetzbarkeit von Forderungen.

Marktplätze und Aggregatoren

eBay und Amazon sind die beiden mit Abstand wichtigsten Shopping-Marktplätze in Deutschland. Dabei gibt es noch etliche andere, die einen Blick wert sind, etwa Real, Etsy oder den deutschen Ableger der japanischen Plattform Rakuten mit 7000 angeschlossenen Händlern und 22 Millionen Produkten.

Vorsicht bei „Countdown“-Auktionsplattformen ohne feste Endzeiten wie Snipster. Dort springen die vermeintlichen Schnäppchen-Gebotspreise ins Auge, die pro Gebot jeweils nur um einen Cent steigen. Allerdings kostet ein Gebot 50 Cent und verlängert den Auktionszeitraum. So werden die vermeintlichen Schnäppchenjäger permanent in einem Bieterwettstreit gehalten – den aber nur einer gewinnen kann.

Aggregatoren wie das in Sparfuchs-Kreisen äußerst beliebte mydealz sammeln Schnäppchen der verschiedensten Sites. Ein Angebot, das hier gelistet wird, bietet in aller Regel einen spürbaren Rabatt auf den günstigsten Preis, den Preisvergleicher ermitteln. Wer auf konkrete Angebote für ein bestimmtes Produkt wartet, sollte sich registrieren und einen Deal-Alarm anlegen – die Zahl der täglich eingehenden Angebote ist enorm. TagesAngebote.de und liveshopping-aktuell.de listen zeitlich beschränkt verfügbare Angebote. Dazu zählen auch Amazons Blitzangebote.

Vorsicht bei Kreditkarten

Ein Zahlungsmittel mit eingebautem Rabatt: Es gibt viele Angebote, bei denen Kreditkarten mit Vergünstigungen beim (Online-)Shopping verknüpft sind. American Express bietet eine kostenlose Kreditkarte mit Payback-Sammelfunktion, von der DKB gibt es ähnliche Pendants für Miles&More.

Allerdings sind Kreditkarten niemals wirklich gratis, auf irgendeine Weise versuchen die beteiligten Unternehmen – Banken, Kreditkartenunternehmen und Dritte – auf ihre Kosten zu kommen. Daher muss man genau auf die Details achten, denn sonst zahlt man am Ende mit einer „kostenlosen“ Kreditkarte drauf.

Am Beispiel der Visa-Karte von Amazon sei das mal durchgerechnet: Prime-Mitglieder zahlen nicht nur dauerhaft keine Gebühren, sondern erhalten sogar drei Prozent Cashback auf alle Käufe bei Amazon, die mit der Karte abgewickelt werden. Für Käufe bei anderen Händlern erhalten sie immerhin noch ein halbes Prozent (Nicht-Prime-Mitglieder: 19,99 Euro ab dem zweiten Jahr, zwei und ein halbes Prozent Cashback). Das liest sich alles erst einmal gut.

Die Finanztransaktionen wickelt die Landesbank Berlin ab. Beim Antrag der Karte ist Teilzahlung voreingestellt – eine Fußangel: Der Kunde zahlt nur 10 Prozent der Kartenschulden sofort zurück, den Rest stottert er in Raten ab. Und dafür sind sehr hohe Zinsen von 14,98 Prozent fällig. Die Teilzahlung lässt sich aber abstellen.

So richtig teuer wird es, wenn man mit der Karte Geld abhebt oder außerhalb Europas bezahlt. Bei Zahlungen in fremder Währung beträgt die Gebühr 1,75 Prozent des Umsatzes. Beim Abheben zahlt man 3 Prozent des Umsatzes, mindestens jedoch 5 Euro im Ausland und sogar 7,50 Euro im Inland.

Für die meisten Verbraucher dürfte sich die Amazon-Kreditkarte also nicht lohnen, Finanztip.de empfiehlt andere Karten. Wer die Karte nur für Amazon nutzt, kann seine Kosten dort allerdings dauerhaft senken. Er sollte aber die Teilzahlung abstellen.

Geschlossene Gesellschaften

Shopping-Clubs wie der französische Vorreiter Veepee, Best Secret, Zalando Lounge oder die eBay-Tochter brands4friends sind gewissermaßen exklusive Outlets im Browser. Die Mitgliedschaft kostet nichts, man meldet sich per E-Mail-Adresse an.

Die Clubs offerieren hunderte bis tausende Markenprodukte für kurze Zeit, meist wenige Tage, zu stark reduzierten Preisen. Im Gegenzug muss man unter Umständen lange Lieferzeiten von zwei bis vier Wochen in Kauf nehmen, da die Bestellungen erst gesammelt und dann beim Hersteller geordert werden. Ein „sofort lieferbar“ weist bei brands4friends darauf hin, wenn es doch schneller geht.

Die meisten Clubs verkaufen ausschließlich Bekleidung, aber nicht alle: Veepee etwa hat auch Wein im Angebot. Wer viel im Angebot eines Clubs einkauft, erhält Vorteile wie früheren Zugang zu den Angeboten, Versandkostenfreiheit oder Provision auf Bestellungen von eingeladenen Freunden.

Einen interessanten eigenen Ansatz verfolgt drop.com. Hier entscheidet die Community, welche Produkte den Weg in den Club-Verkauf finden sollen. Das kann dann einerseits ein normales Markenprodukt zu einem Spezialpreis sein, etwa eine spürbar verbilligte Canon 5D Mark IV Spiegelreflex-Digitalkamera. Mitunter lässt Drop aber auch Produkte extra für die Community nach deren Wünschen fertigen, wie den trendig-farbigen AKG-7XX-Pulse-Kopfhörer, eine verbesserte Variante des originalen AKG 702.

Die Kundenbindungsprogramme von Amazon und eBay bieten anderen Vorteile als die Clubs. Vor allem lassen sich die Unternehmen die Mitgliedschaft in Amazon Prime und eBay Plus mehr oder weniger fürstlich entlohnen. Amazon verlangt 7,99 Euro pro Monat, bietet dafür aber auch jede Menge: Neben dem kostenlosen Premiumversand ist der Zugriff auf ausgewählte Videos und Musik im Streaming-Angebot sowie der Cloud-Speicherdienst Amazon Drive enthalten. Hinzu kommt der exklusiv um 30 Minuten vorgezogene Startzeitpunkt für Blitzangebote.

eBay Plus kostet 19,90 Euro pro Jahr. Für jeden Euro Umsatz erhalten Plus-Mitglieder einen Bonuspunkt. 500 Punkte können in einen 5-Euro-Gutschein auf ebay.de gewandelt werden, was 1 Prozent Rabatt entspricht. Die Gutscheine sind allerdings nur einen Monat lang gültig, und Plus-Punkte verfallen, wenn man innerhalb der nächsten 180 Tage keinen Plus-Kauf tätigt.

Gutscheine online und offline

Mit Gutscheinen versuchten Händler seit jeher, Kunden in ihre Läden zu locken. War die klassische Welt der Papier-Gutscheine für physische Geschäfte schon kompliziert genug, kommen mit dem Netz noch tausende Läden und Mischformen dazu – unübersichtlich.

Schnäppchenportale wie Gutscheinpony sammeln Gutscheine aus dem Netz. Die sind besser als nichts, doch handelt es sich hierbei nahezu ausschließlich um öffentliche Angebote der Hersteller, an denen die Rabattseiten nun Provision verdienen wollen, wenn Sie auf einen solchen Gutschein-Link klicken. Die Provision sollten Sie besser selbst einstreichen – wie, erklären wir unter „Cashback“.

Dabei gibt es durchaus Gutscheine, die über normale Angebote hinausgehen. Auf mydealz.de/gutscheine haben wir immer mal wieder gute Schnäppchen gefunden. Couponplatz.de wiederum sammelt Sparcoupons zum Ausdrucken.

Halten Sie nach einem Online-Kauf die Augen offen: Viele Online-Händler in Deutschland, darunter etwa die Online-Apotheke DocMorris, sind in Empfehlungsnetzwerke eingebunden und bieten ihren Kunden nach dem Kauf eine Belohnung in Form von Gutscheinen an. Allein wegen der Preisnachlässe lohnt es sich auch oft, das Werbe-Blabla von Newslettern zu ertragen. Sonos etwa bietet registrierten Kunden regelmäßig 15 Prozent Nachlass, Douglas sogar 20 Prozent. Andere kündigen sogenannte Flash-Sales auf diesem Weg an, also extrem kurz laufende Werbeaktionen.

Bei so vielen Aktionen wollen auch die Anbieter von Zahlungssystemen nicht nur zuschauen: Paypal und paydirekt, das System der deutschen Banken und Sparkassen, locken dauerhaft mit besonderen Angeboten und Rabattaktionen, um dann anschließend beim Bezahlvorgang mitzukassieren.

Nicht zuletzt sollte man einen Blick in die Apps der Händler werfen: Otto etwa stellt in seine App regelmäßig Codes und täglich einen Deal ein, Rewe wöchentlich vier bis fünf Spar-Coupons für unterschiedliche Produkte. Ähnlich macht es Edeka. Rossmann hat sogar eine hohe zweistellige Anzahl von Aktionen und Spar-Coupons gleichzeitig am Laufen.

An anderen Stellen wird dauerhaft Nachlass gewährt, wenn man ein Abo abschließt: Amazon verkauft im Spar-Abo viele Produkte 5 bis 15 Prozent günstiger, wenn man mindestens alle sechs Monate Bedarf hat. Blacksocks hat sich auf, nomen est omen, Fußbekleidung und Unterwäsche spezialisiert, die Einsparung im Abo liegt bei 10 Prozent oder mehr.

KingsLoot, wootbox und LootChest versorgen Gamer, Geeks und Nerds mit offiziellen T-Shirts, Figuren und Pins aus ihrem Universum. Abo-boxen.de listet weitere Abo-Angebote. Viele der Abos sind jederzeit kündbar, sodass man kein Risiko eingeht. Naturgemäß sind bei den Überraschungspaketen Einsparungen nur schwer zu kalkulieren.

Ausland vs. Local Commerce

Verlockend ist oft auch der Blick ins Ausland. Auf Amazon und eBay tummeln sich zahlreiche Händler, die Ware aus Hongkong, Großbritannien oder der Schweiz versenden. Die Einsparungen bei Markenprodukten erscheinen oft erheblich.

Allerdings verzichten Sie beim Kauf möglicherweise auf die lokalen Garantiebestimmungen, lokale Cashback-Angebote und die Abzugsfähigkeit für Mehrwertsteuer. Zölle können das Schnäppchen schnell zur Kostenfalle machen. Bei Bestellungen von außerhalb der EU, die einen Wert über 22 Euro mit Versandkosten erreichen, sind Einfuhrumsatzsteuern und gegebenenfalls auch Verbrauchssteuern fällig. Ab 150 Euro inklusive Versandkosten kommen auch Zollgebühren hinzu. Auch Rücksendungen oder Reparaturen können teuer werden.

Die Verbraucherzentrale NRW warnt explizit vor der Plattform Wish, die Produkte zu auffallend niedrigen Preisen vermittelt, meist von Verkäufern aus Fernost. So gab es eine Reihe von Beschwerden über beschädigte oder ausbleibende Lieferungen sowie schlechte Qualität der Ware. Bei Testkäufen gab es große Probleme, gekaufte Ware zurückzusenden. Auch c't hat in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen bei Wish gemacht. Wir bekamen dort sogar gefälschte Ware angeboten, vor allem supergünstige Speichermedien. Wir haben für Sie zusammengefasst, wie Sie solche Fake-Ware erkennen und welche Rechte Sie nach dem Kauf haben.

import-shopping.de informiert über Händler und Plattformen in China und gibt zugleich noch praktische Tipps, wie man die Einkäufe optimiert und sicher nach Hause bringt. Informationen über die Zollgrenzen verraten die Seiten von zoll.de. Wer Auslandskäufe mit PayPal bezahlt, kann vom (nicht immer ganz) kostenlosen weltweiten Rückversand profitieren. Die Kosten übernimmt PayPal bis zu 25 Euro für 12 Einkäufe pro Jahr. Außerdem gilt auch für Auslandskäufe der PayPal-Käuferschutz. Die Stiftung Warentest warnt bei Käufen in Fremdwährungen allerdings vor saftigen Gebühren bei PayPal. Sie sollten in den PayPal-Optionen unter „Zahlungen“ die sogenannte „Sofortumrechnung“ dauerhaft abstellen. Online-Käufe rechnet PayPal also in der Landeswährung des Online-Händlers ab. Erst Ihre Heimatbank rechnet den Betrag um – in der Regel zu einem besseren Kurs als PayPal.

Innerhalb der EU entfallen einige Handelsbarrieren. Auf den Landesseiten von amazon.es, amazon.fr und amazon.it etwa tun sich mitunter Schnäppchen auf, wohingegen auf amazon.co.uk aktuell der Wechselkurs des britischen Pfunds vorteilhafte Wirkung entfaltet. Aber auch hier gilt: Rücksendungen müssen ins jeweilige Land gehen, Amazon Deutschland ist nicht zuständig.

Statt sein Geld zu Amazon oder gar nach Übersee zu tragen, kann man damit auch den lokalen Handel unterstützen. Kai Hudetz, der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung in Köln, empfiehlt angesichts der Intransparenz vieler Online-Plattformen eine uralte Strategie: Das Feilschen mit dem Händler vor Ort. Der dpa sagte er: „Der Kunde kann im Internet nicht über den Preis verhandeln. Im Laden kann er das – und er tut es auch immer öfter. Dadurch kommen im Endeffekt tatsächlich oft günstigere Preise heraus als im Internet.“

Viele Städte haben lokale Initiativen gestartet, um der Konkurrenz aus dem Internet etwas entgegenzustellen – angefangen bei Online-Schaufenstern für lokale Unternehmen bis hin zu aufwendigen E-Malls für den Handel. localcommerce.info führt eine Übersicht solcher Initiativen.

Als Verbraucher kann man aber auch bekannte Wege nutzen und in den Prospekten des lokalen Einzelhandels blättern. Papier muss man dafür nicht in die Hand nehmen; die Prospekte stehen auf Plattformen wie marktguru online auf Abruf.

Geld zurück

Viele Online-Käufe lassen sich mit Rückvergütungen kombinieren, neudeutsch: Cashback. Neben den hierzulande am meisten verbreiteten Anbietern, Payback und Deutschlandcard, gibt es viele weitere, zum Beispiel Shoop.de (vormals Qipu) und aklamio.com. Die Provisionen können in einigen Fällen zweistellige Prozentwerte des Einkaufsvolumens erreichen, auch barwerte Gutscheine im Wert von 5 bis 20 Euro sind oft Gegenstand von Sonderaktionen.

Es sollte aber klar sein, dass man auch bei Cashback nichts geschenkt kriegt. Bei Payback und Co. erkauft man sich stattdessen Vorteile mit seinen Daten. Payback zum Beispiel erhält bei der Nutzung der Karte Angaben zu den gekauften Waren oder Dienstleistungen, die Preise, den Rabattbetrag, Ort und Zeitpunkt des Kaufs.

Einige Cashback-Anbieter überweisen das Guthaben erst nach einigen Wochen bis Monaten auf das Konto. Fest einplanen sollte man es daher nicht. Ein Tipp: Shoop-Guthaben lässt sich in vergünstigte Wertgutscheine für Anbieter wie Cyberport, Eventim oder Otto wandeln, weitere 4 bis 20 Prozent Einsparung sind hier drin. marktguru und scondoo bieten Supermarktketten-übergreifend Cashback auf Produkte, wenn man den Kaufbeleg in der App hochlädt.

Payback-Punkte wiederum lassen sich bar auszahlen, in Meilen wandeln oder im Payback-Prämienshop einlösen.

Auch viele Markenhersteller bieten Cashback-Aktionen an, die sich üblicherweise mit den vorgenannten kombinierbaren lassen. MediaMarkt, Saturn & Co. machen in ihren Prospekten on- und offline auf Aktionen von Samsung, Nikon oder Huawei aufmerksam.

Eine besondere Form des Cashbacks ist Charity Shopping: Hier geht der Erlös an ausgewählte Hilfsorganisationen wie Unicef, Ärzte ohne Grenzen oder den BUND Naturschutz. Amazon etwa spendet 0,5 Prozent des Umsatzes, wenn man über smile.amazon.de einkauft.

Schulengel.de spendet nach eigenen Angaben etwa zwei Drittel seiner Provisionen, Bildungsserver.de sogar etwa 90 Prozent. Bei größeren Summen sollten Sie vergleichen, ob eigenes Cashback und eine direkte Spende nicht sinnvoller sind.

Verantwortungsvoll jagen

Das Internet ist nicht mehr das Preisparadies, das es einmal war. Manchmal ist der Gang zum lokalen Händler tatsächlich eine sinnvolle Alternative. Doch auch im Netz spart man immer noch ein paar Euro, wenn man weiß, wie und wo man suchen muss. Bequeme Naturen und gestresste Shopper sparen am einfachsten mit Hilfe von Cashback. Geborene Jäger haben ein riesiges Revier, um sich auszutoben, sollten den gesunden Menschenverstand aber keinesfalls ausgeschaltet lassen: Wenn der Preis eines Produktes zu günstig ist, um wahr zu sein, dann ist meistens etwas faul – oder es wurden Risiken wie der Verzicht auf lokale Garantie eingepreist. (jo)


Dieser Artikel stammt aus c't 24/2019.